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Der weite Weg zum Welterfolg | »Liliom« | Eine Vorstadtlegende in sieben Bildern und einem szenischen Prolog von Franz Molnar

Premiere am 20. Mai 2018 im Theater am Bismarckplatz | Regie: Katrin Plötner, Bühne: Daniel Wollenzin, Kostüme: Lili Wanner, Musik: Markus Steinkellner, Dramaturgie: Stephanie Junge

von Stephanie Junge, Schauspieldirektorin

Der halbseidene Ausrufer eines Rummelplatzkarussells Liliom, Frauenschwarm, Hallodri, Krimineller und Selbstmörder, eroberte erst zögernd die Theaterbühnen. Die Uraufführung 1909 im Budapester Lustspielhaus war ein Reinfall, die deutsche Erstaufführung 1912 in Berlin ebenfalls ein Misserfolg. Doch dann ebnete die Übertragung von Alfred Polgar, der die Handlung in den Wiener Prater verlegte und dem Stück einen szenischen Prolog hinzufügte, den Weg zum weltweiten Durchbruch. Seit der österreichischen Aufführung am Theater in der Josefstadt im Februar 1913 gelten Liliom und seine Julie als Paraderollen und ihr Schicksal rührt auf der ganzen Welt. Der Stoff wurde verfilmt (Fritz Lang, 1934) und diente als Vorlage für das erfolgreiche Broadway-Musical „Carousel“ (Rodgers / Hammerstein 1945). 2016 erfolgte die erste Vertonung als Oper durch die österreichische Komponistin Johanna Doderer (UA Staatstheater am Gärtnerplatz, München). Dabei hatte schon Giacomo Puccini bei Molnár angefragt, ob dieser ihm das Stück zur Vertonung überlassen würde. Molnár verweigerte die Zustimmung mit der Begründung: „Wenn Sie mein Stück vertonen, wird alle Welt von einer Puccini-Oper sprechen. So aber bleibt es ein Stück von Molnár.“


Bühnenbildmodell von Daniel Wollenzin

Frau Muskat wird es zu bunt. Der Charmeur Liliom ist zwar gut fürs Geschäft, denn ihr Karussell wird von jungen Frauen belagert, die für ihn schwärmen. Doch was sich zwischen dem Dienstmädchen Julieund Liliom entwickelt, geht ihr zu weit. Als Julie sich weigert, das Ringelspiel zu verlassen und sich Liliom im Streit der beiden Frauen auf die Seite von Julie schlägt, ist der plötzlich seinen Job los. Die beiden werden ein Paar, auch Julie verliert wegen dieser Beziehung ihre Anstellung. Sie kommen in einem Zimmer bei der Fotografin Frau Hollunder unter. In diesen beengten Verhältnissen wachsen bei Liliom Frust und Kummer, er schlägt Julie schon mal ins Gesicht. Auch wenn ihm von allen Seiten Hilfe angeboten wird, um seine inzwischen schwangere Julie und sich selbst versorgen zu können, er ist zu stur und stolz. Den Hausmeisterposten, den Julies Freundin Marie ihm vermitteln kann, schlägt er aus. Auch die Wiedereinstellung im Ringelspiel der Frau Muskat, die ihn persönlich sehr und seine Strahlkraft fürs Geschäft vermisst, lehnt er ab. Dafür schafft es dann Ficsur, ein zwielichtiger Bekannter, Liliom zu einem Raubüberfall an dem Kassierer Linzmann zu überreden. Als dieser Überfall misslingt, sieht Liliom keinen anderen Ausweg, als sich noch am Tatort selbst umzubringen. Und hier beginnt das Märchen des Stückes: Liliom kommt in den Vorhimmel und muss sich vor einem Konzipisten für seine Taten verantworten. Er hat seine Frau geschlagen, sie und das ungeborene Kind verlassen. Warum haben Sie sich umgebracht? Haben Sie noch etwas auf der Erde zu erledigen? Haben Sie etwas gutzumachen? Diesen Fragen muss er sich stellen, obwohl er nur endlich seine Ruhe haben will von allem. Der Konzipist bleibt hartnäckig: Sechzehn Jahre Fegefeuer und dann für einen Tag zurück auf die Erde. Eine Prüfung. Er solle sich etwas recht Schönes für sein Kind ausdenken. Liliom trifft auf seine sechzehnjährige Tochter Luise, seine zweite Chance verpasst er.

›Ich mein ... aus einem nichtsnutzigen Kerl … da kann auch noch ein Mensch werden.‹ Liliom


Regisseurin Katrin Plötner, Foto: Thomas Dashuber

Inszeniert wird „Liliom“ von Katrin Plötner, die nach ihrem Studium am Mozarteum und ihrer Assistenzzeit am Münchner Residenztheater am Theater Regensburg mit „Romeo und Julia“ auf sich aufmerksam machte und seitdem als freie Regisseurin u.a. auch am Schauspiel Frankfurt, in St. Pölten, Würzburg, Darmstadt und Linz arbeitet. Zum ersten Mal gehört in Regensburg der Bühnenbildner Daniel Wollenzin zu ihrem Team. Er studierte Kunst und Bühnenraum an der HfbK Hamburg, assistierte u.a. bei Bert Neumann und ist inzwischen als freier Bühnenbildner in Frankfurt, Graz, Berlin, Hannover und Düsseldorf unterwegs. Für das Theater am Bismarckplatz entwickelte er einen atmosphärisch starken, multifunktionalen Raum, der fließend die einzelnen Schauplätze des Stückes zusammenbindet.

Weitere Infos zum Stück, zu Besetzung, Terminen und Tickets gibt es hier.

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