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Über das runde, das ins eckige muss ... | »DER ROTE LÖWE«

Eine Geschichte aus der Welt des Fußballs von Patrick Marber (*1964), Deutsch von John Birke | Premiere am 14. April 2018 im Theater am Haidplatz

von Anastasia Ioannidis, Dramaturgin

Die Fußball-WM 2018 steht vor der Tür. Das Theater Regensburg taucht bereits jetzt mit dem Stück „Der rote Löwe“ von Patrick Marber in die Welt des Fußballs ein. Marber erzählt die Geschichte eines semiprofessionellen Fußballvereins und schildert das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Kidd, dem Trainer, Yates, dem Zeugwart und ehemaligen Profi spieler, und Jordan, dem neuen jungen Spielertalent in der Mannschaft. Eine Liebeserklärung an den Fußball und gleichzeitig ein Blick hinter die Kulissen einer von abgründigen Machenschaften geprägten Branche, wo jeder sein eigenes Spiel treibt. Die drei Schauspieler Frerk Brockmeyer (FB), Gerhard Hermann (GH), und Roman Mucha (RM), die in „Der Rote Löwe“ auf der Bühne stehen, über ihr Verhältnis zum Fußball:

Ihr seid alle drei leidenschaftliche Fußball-Fans. Gerhard – FC Bayern München, Frerk – Werder Bremen, Roman – Fortuna Düsseldorf. Wie äußert sich dieses Fan-Sein in deinem Leben, Roman?
RM: Durch das exzessive Verfolgen aller Abläufe und Veränderungen im Verein. Das beinhaltet das regelmäßige Abklappern aller möglichen Sportportale und lokaler und nationaler Nachrichten – quasi als tägliches Ritual. Und selbstverständlich auch das Bemühen, möglichst oft ins Stadion zu gehen, was leider nur selten klappt, wenn man nicht in der Heimatstadt lebt.

Kidd, der Trainer im Stück, möchte seinen Verein mit allen Mitteln ganz nach oben bringen und als Sieger in Erinnerung bleiben. Was bedeutet dir ein Sieg deines Vereins,Frerk?
FB: Ich erinnere mich, dass meine beste Premiere, die ich als Schauspieler je gespielt habe, am selben Tag stattfand, an dem mein Verein den Meistertitel gewonnen hat. Ich schaute mir das Spiel am Nachmittag vor der Premiere an und nach diesem Sieg spielte sich die Vorstellung dann wie von selbst.

Mithilfe eines Whistleblowers veröffentlichte „Der Spiegel“ Fakten und Zahlen über schmutzige Geldgeschäfte und üble Machenschaften im Profi fußball. Tatsachen, gegen die Yates in „Der rote Löwe“anzugehen versucht. Wie verändert diese Perspektive dein Verhältnis zum Fußball, Gerhard?
GH: Fußball-Fan zu sein bedeutet, auf eine Weise schizophren zu sein: Sobald das Spiel anfängt, reißt es einen in seinen Bann und man jubelt und leidet mit, obwohl man diese geldgierigen, üblen Machenschaften eigentlich komplett ablehnt. Das eine hat in diesem Moment paradoxerweise mit dem anderen nichts zu tun. Faszinierend ist ja auch, dass Fußball einerseits als Proleten-Sport bezeichnet werden kann und andererseits philosophische Abhandlungen darüber geschrieben werden. Man könnte es daher auch als „Kleist’sches Marionettentheater in Reinkultur“ beschreiben.

Weitere Infos, Termine und Tickets gibt es hier.

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