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4. Sinfoniekonzert

Mit Werken von Dmitri Schostakowitsch und Giya Kancheli

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Konzert für Klavier, Trompete und Streicher Nr. 1 c-Moll op. 35
Klavier Freddy Kempf
Trompete Jörg Altmannshofer

Giya Kancheli (1935-2019)
"Midday Prayers" für 19 Instrumentalisten, Sopran und Soloklarinette
Sopran Gesche Geier
Soloklarinette Michael Wolf

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Kammersinfonie op. 110a
(Streichquartett Nr. 8 c-Moll orchestriert von Rudolf Barschai)

Er war ein brillanter Pianist, entschied sich aber für eine Karriere als Komponist. In seinem Klavierkonzert Nr. 1 c-Moll op. 35, dessen Leningrader Uraufführung er selbst spielte, konnte Dmitri Schostakowitsch beide Begabungen vereinen. Übermütige Experimentierfreude atmet das Werk des damals 26-Jährigen, das dem Klavier als zweites Soloinstrument eine Trompete zur Seite stellt, die sich immer wieder ins musikalische Geschehen einmischt.
Auf diese virtuose Aufgabe freut sich Jörg Altmannshofer, seines Zeichens Solotrompeter des Philharmonischen Orchesters. Am Konzertflügel sitzt kein Geringerer als der britische Starpianist Freddy Kempf. Er debütierte als Achtjähriger mit dem Royal Philharmonic Orchestra, ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe wie des Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerbs und als Solist und Kammermusiker auf den bedeutenden Konzertpodien weltweit zu Hause.

Schostakowitschs erstes Klavierkonzert ist ein höchst kurzweiliges Werk voller parodistischer Zitate, das unbekümmert mit Jazz und Unterhaltungsmusik flirtet – letztere war dem Komponisten aus seinen Zeiten als Stummfilmpianist bestens vertraut. Neben aller Verspieltheit schlägt die Komposition für Freddy Kempf aber auch andere Töne an: „In diesem Werk zeigt sich Schostakowitsch ebenso von seiner ausdrucksvollen Seite. Zu Beginn hört man sehr deutlich Traurigkeit, die Sehnsucht nach dem alten, untergegangenen Russland. Im Kontrast dazu steht das spöttische Ende des Konzerts, in dem er sich über die Pionier-Bewegung des sowjetischen Regimes lustig macht.“

Nicht lange nach der Uraufführung seines ersten Klavierkonzerts sollte sich die weltpolitische Lage zuspitzen und Schostakowitsch mehr und mehr zum Spielball der sowjetischen Kulturpolitik werden. Ein sehr persönliches Werk ist seine Kammersinfonie op. 110a, der das achte Streichquartett zugrunde liegt. Es entstand 1960 in nur drei Tagen in Gohrisch bei Dresden. Schostakowitsch hielt sich dort wegen eines Filmprojekts über die Bombardierung Dresdens auf, zu dem er die Musik schreiben sollte. Stattdessen entstand ein nach seinen Worten „ideologisch verwerfliches“ Quartett mit stark autobiographischem Charakter: Zahlreiche Schlüsselwerke seines Komponistenlebens zitierte Schostakowitsch in diesem Stück, über das er selbst zu Tränen gerührt war, wie er ironisch eingestand. Nach der Leningrader Uraufführung bearbeitete der Dirigent Rudolf Barschai das Quartett für Kammerorchester. Die Partitur autorisierte Schostakowitsch mit den Worten: „Also, das klingt ja besser als das Original!“

Zwischen den Werken von Dmitri Schostakowitsch entführen das Philharmonische Orchester und Tom Woods die Zuhörer:innen in die ganz eigene musikalische Welt Giya Kanchelis, dessen Kompositionen tief verwurzelt sind in der Musik und Gesangstradition seiner Heimat Georgien. Es erklingen die 1990 komponierten „Midday Prayers“. Diese Tagesgebete von geradezu theatralischer Esoterik spiegeln den Anspruch Kanchelis wider, mit seiner Musik den „Eindruck von Schönheit und Ewigkeit“ zu vermitteln.

Termine (Neuhaussaal)

Do, 17.02.2022, 20:00

Preise B | freier Verkauf

Mo, 21.02.2022, 19:30

Preise B | freier Verkauf 

Besetzung

Dirigent Tom Woods

Einführungen 30 min vor Konzertbeginn

Spielstätte Neuhaussaal
Premiere 17.02.2022

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