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Der Freischütz

Romantische Oper in drei Abteilungen von Carl Maria von Weber (1786 – 1826)

Dichtung von Johann Friedrich Kind

In einer durch den Krieg gezeichneten Gesellschaft versuchen der junge Jäger Max und Agathe, die Tochter des Erbförsters, ihre Hoffnung auf ihr gemeinsames Glück zu verwirklichen. Doch die beiden sind gefangen in patriarchalen Strukturen und können sich von gesellschaftlichen Erwartungen nicht befreien. Um Agathe heiraten zu können, muss Max den traditionellen Probeschuss bestehen und beweisen, dass er nicht nur Agathe, sondern vor allem der Erbförsterei würdig ist.
Ihre Traditionen zu hinterfragen, ist die durch Kriegserfahrungen traumatisierte Gesellschaft nicht im Stande. Der Krieg hat den Menschen jegliche Sicherheit genommen, aus der sie Mut und Stärke schöpfen könnten: Dem Fortbestand ihrer Umwelt können sie sich ebenso wenig sicher sein wie der Beständigkeit der eigenen Person.
Im Krieg hat der Teufel leichtes Spiel, denn er kehrt die dunklen Seiten des Menschen hervor. Einer, der diese Erfahrungen machen musste, ist der Jäger Kaspar. Max hingegen steht an der Schwelle zwischen Hoffnung und Furcht. Doch letztendlich kann auch er seine Ängste nicht hinter sich lassen. Um beim Probeschuss nicht zu versagen, gießt er mit Kaspars Hilfe heimlich magische Freikugeln und begibt sich so ebenfalls in die Hand des Teufels. Er verliert damit auch die Möglichkeit zu selbstbestimmtem Handeln, denn: Nur sechs Kugeln gehören dem Schützen – die Siebte lenkt der Teufel selbst.
„Der Freischütz“ ist Nationaloper, Geisterspuk und Menschheitsdrama. In Max´ und Agathes verzweifeltem Versuch dem unerbittlichen Schicksal zu entkommen, offenbart sich die Ohnmacht einer ganzen Generation. Mit Max’ Grenzüberschreitung in die unheilvolle Geistersphäre vollzieht Weber im Jahr 1821 zugleich den Schritt in die musikalische Romantik, was ihn zum Wegbereiter Richard Wagners macht. Gekonnt stellt Weber dabei das konventionelle Idyll der Jägersleute – als eindrückliches Bild der erstarrten traditionellen Gesellschaftsstrukturen – der abgründigen Geisterwelt gegenüber, deren emotionalen Höhepunkt die berühmte Wolfsschlucht-Szene bildet: Schaurige Geisterchöre treffen hier auf innovative Kompositionsformen und düsteratmosphärischen Orchesterklang. „Der Freischütz“ überschreitet Grenzen musikalischer Konventionen und definiert neu, woraus sich die Wirkung des musikdramatischen Werkes speist. Schönheit, die sich aus einer formellen musikalischen Einheit ergibt, reicht Weber nicht mehr aus. Die Spannung seines Werkes erwächst aus den psychologischen Tiefen der Figuren, die keiner äußeren rationalen Logik folgen müssen. Träume und Ängste verlassen die Welt des Verstandes und öffnen den Raum hin zu übermächtigen bedrohlichen und schauerlichen Sphären. Nicht mehr die einzelnen Figuren, sondern eindringlich umgesetzte Stimmungsbilder werden dadurch zu den wahren Akteuren in Webers romantischer Oper.

Fotos: Juliane Zitzlsperger

Aufführungsdauer ca. 2 Stunden 40 Minuten, inkl. Pause

Termine (Theater am Bismarckplatz)

Sa, 21.12.2019, 19:30–22:10

Preise E | freier Verkauf

Fotos

Besetzung

Spielstätte Theater am Bismarckplatz
Wiederaufnahme 21.12.2019

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