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Die Banalität der Liebe

Uraufführung | Auftragswerk für das Theater Regensburg

Oper von Ella Milch-Sheriff (*1954)

Libretto von Savyon Liebrecht
Übersetzung von Naomi Nir-Bleimling und Vera Loos

Hannah Arendt, eine der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, ist in Israel bis heute eine umstrittene Figur. Als deutsche Jüdin zu Beginn der 30erJahre zur Emigration in die USA gezwungen, avancierte sie nach dem Krieg zu einer führenden intellektuellen Stimme. Doch immer wieder brachte sie die jüdische Gemeinschaft gegen sich auf: Sie bezog Position gegen die zionistischen Bestrebungen der Staatengründung Israels, weil sie einen schwelenden Konflikt mit den Palästinensern befürchtete; und sie schmälerte in den Augen vieler das Leid des Holocausts in ihren Protokollen über den berühmten Eichmann-Prozess in den 60er Jahren, den sie mit „Banalität des Bösen“ übertitelte. Darin schilderte sie Adolf Eichmann nicht als bösartiges Monster, sondern als phantasielosen, banalen Befehlsempfänger. An ihren Mann schrieb sie: „In Eichmanns Mund wirkt das Grauenhafte oft nicht einmal makaber, sondern ausgesprochen komisch.“ 1982 wurde außerdem bekannt, dass Arendt zu Beginn ihres Philosophie-Studiums eine Liebesbeziehung mit ihrem damaligen Professor Martin Heidegger eingegangen war – für manche ein weiterer Verrat am Judentum, da Heidegger 1933 zunächst als glühender Unterstützer Hitlers aufgetreten war und sich später nie für seine Fehleinschätzung entschuldigt hat.
Anhand der Liebe zwischen Arendt und Heidegger widmen sich die israelische Komponistin Ella Milch-Sheriff und die Librettistin Savyon Liebrecht in der Auftragsoper „Die Banalität der Liebe“ den emotionalen, philosophischen und politischen Dilemmata, mit denen Arendt zeitlebens zu kämpfen hatte und die ihr Bild in der Öffentlichkeit bis heute prägen.
Das Stück wird aus der Perspektive der 69-jährigen Hannah Arendt erzählt, die auf ihre Lebensgeschichte zurückblickt: Alles beginnt 1924, als sie als junges Mädchen erstmals eine Vorlesung Heideggers an der Universität Marburg besucht. Schnell entwickelt sich eine geheime, aber sehr intensive Liebesbeziehung zwischen dem renommierten Professor und seiner 17 Jahre jüngeren Studentin – bis der Aufstieg der Nationalsozialisten alles verändert.
Mit „Die Banalität der Liebe“ fasst Ella Milch-Sheriff einen wichtigen Teil der deutschen (Geistes-)Geschichte in Musik und erzählt zugleich von der Magie und Tragik einer unmöglichen Liebe.

Ella Milch-Sheriff und Savyon Liebrecht verhandeln in ihrer Auftragsoper für das Theater Regensburg zentrale Fragen der jüngeren deutschen Geschichte: Fragen nach Verblendung, Schuld und nach dem Wesen des Bösen. Und der Liebe.

„Le Chaim“ – Projekttage zu israelischer Kultur: 25.–29.01.2018

Soiree

So., 21.01.2018 | 18 Uhr | Neuhaussaal | Eintritt frei

Termine (Theater am Bismarckplatz)

Sa, 27.01.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo PA, W

Mi, 31.01.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo B, Volksbühne

So, 04.02.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo S

Di, 20.02.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo A

Mi, 04.04.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo JM

So, 08.04.2018, 15:00

Preise B | freier Verkauf | Abo N

So, 22.04.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo P

Sa, 26.05.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo U

So, 10.06.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo Z

Mi, 27.06.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo F

Do, 12.07.2018, 19:30

Preise B | freier Verkauf | Abo CVolksbühne

Besetzung


Einführungen jeweils 30 min vor Vorstellungsbeginn

Spielstätte Theater am Bismarckplatz
Premiere 27.01.2018

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