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Karl Valentins Hoftheater FALK & FEY

Geboren wird Karl Valentin 1882 als Valentin Ludwig Fey. Im elterlichen Möbeltransportgeschäft FALK & FEY in der Münchner Vorstadt Au eröffnet er als Kind sein erstes Theater – in einem Möbelwagen richtet er sich eine Bühne ein und gibt den „Faust“ von Goethe. Er kassiert fleißig Eintritt, dafür gibt es dann 12 Minuten Theaterzauber mit Lichteffekten durch bengalische Zündhölzer. So hatte sich die Theaterliebe längst in seiner Seele eingenistet, als er in Haidhausen in einer Möbelschreinerei in die Lehre geht und dort sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellt. Schon während der Gesellenjahre zieht es ihn zurück auf die Bretter, die die Welt bedeuten und er versucht sich in ersten Auftritten als Zitherspieler und Komiker in der Tradition der „Brettlsänger“. Bald schon legt er das Schreiner-Handwerk nieder und konzentriert sich auf seine Herzenskarriere. Er konstruiert sein „lebendes Orchestrion“ aus zwanzig Musikinstrumenten und versucht damit vergebens, in ganz Deutschland Ruhm zu erlangen. 1907 dann unverhofft der Durchbruch mit einem Stegreifsolo, in dem er von einem Aquarium erzählt. Von nun folgt ein Engagement dem nächsten und Valentin kann von seinen Auftritten sein Leben bestreiten. Vier Jahre später lernt er seine zukünftige Partnerin Liesl Karlstadt kennen, gemeinsam entwickeln sie überaus erfolgreiche Programme. Valentin steigt auf – von den Wirtshausbrettern geht es in das Abendprogramm der Münchner Kammerspiele; Berlin, Zürich und Wien laden ihn in renommierte Theaterhäuser ein, um für ihr geneigtes Publikum zu spielen. Bertolt Brecht sucht nicht nur Valentins Nähe, sondern auch seine Meinung zu seinen Stücken. 1932 schreibt er auf eine Anfrage hin, ob er im Nationaltheater München in der Operette „Die Fledermaus“ mitwirken möchte: „ (…) ich habe diesen dankend abgelehnt, denn ein altes Sprichwort heißt: Je höher man steigt, desto tiefer fällt man herunter – – – und das will ich vermeiden.“ Und dennoch konnte er den tiefen Fall nicht verhindern: Im Oktober 1934 eröffnet er sein „Panoptikum“, eine Grusel- und Kuriositätenschau. Der Versuch scheitert und schon im Dezember muss Valentin wieder schließen, wobei er und Liesl Karlstadt einen Großteil ihres Vermögens verlieren. Nach dem zweiten Weltkrieg findet er sich in einer veränderten Welt wieder, in der seine Kunstform keinen Platz mehr hat. Sein geliebtes München liegt in Trümmern, sein tiefschwarzer, oft melancholischer Humor sucht vergebens ein Publikum, da sich die Menschen nach heiterer Ablenkung vom notgeplagten Nachkriegsalltag sehnen. Valentin verarmt zusehends. Bei einem seltenen Auftritt holt er sich in der unbeheizten Garderobe eine Lungenentzündung und stirbt daraufhin enttäuscht von der Welt im Jahre 1948.

Der Schauspieler Michael Heuberger, selbst ein Münchner Original und seit über 30 Jahren am Theater Regensburg, präsentiert in einem tragikomischen Abend mit autobiographischen Texten eine unbekannte Seite des berühmten Künstlers, der seinen anarchischen Geist, seinen Hang zum Schabernack, aber auch eine gewisse Melancholie offenbart. Dazu lässt der Multiinstrumentalist und Klangarchitekt Heinz Grobmeier Karl Valentins legendäres „lebendes Orchestrion“, mit dem der Volkssänger einst unter dem Künstlernamen Charles Fey seine Bühnenkarriere begann, erahnen.

Aufführungsdauer
ca. 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause

Termine (Theater am Haidplatz)

Di, 16.10.2018, 19:30–20:45

Preise H | freier Verkauf

Do, 18.10.2018, 19:30–20:45

Preise H | freier Verkauf

Fr, 19.10.2018, 19:30–20:45

Preise H | freier Verkauf

Di, 23.10.2018, 19:30–20:45

Preise H | freier Verkauf

Fotos

Besetzung

Spielstätte Theater am Haidplatz
Premiere 16.10.2018

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