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Winterreise

von Elfriede Jelinek (*1946)

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus.“ Jelinek bezieht sich deutlich auf Schuberts berühmten Liederzyklus. Es geht um Einsamkeit, um innere Emigration, um das Fremdsein und Fremdbleiben in der Welt. Die Autorin macht sich auch auf eine ganz persönliche Reise. In acht Bildern verwebt sie prägende Eindrücke und Erlebnisse der eigenen Biografie, wie die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter und die Demenzerkrankung ihres Vaters, mit gesellschaftlichen Ereignissen, wie dem Bankenskandal um den Verkauf der österreichischen Hypo Alpe Adria an die Bayerische Landesbank im Jahr 2007, oder dem Schicksal der Natascha Kampusch. Mal sind uns die Figuren ganz nah, dann blickt Jelinek wieder auf das große Ganze, springt in den kritischen Kommentar und zeigt uns die Absurdität menschlichen Verhaltens und Sprechens. Denn Elfriede Jelinek ist sowohl musikalische Poetin als auch eine Meisterin der Sprachenthüllung, die keinen Kalauer auslässt.

„Einerseits haben Mia Constantine und ihr Team (...) eine formal strenge Inszenierung geschaffen, in der alle Medien (Spiel, Video, Hörspiel, Musik, Raum, Farben) aufs Engste sich verbinden, andererseits prägen Humor, Tragik und große Gefühle diese Inszenierung.“
die-deutsche-buehne.de, 10.2.2017

Im November 2017 wurde Elfiede Jelinek mit dem FAUST-Theaterpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: »Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek ist eine unüberhörbare Stimme im öffentlichen Geschehen. (...) sie ist die Gegenwartsautorin, der es durch exakte und kontinuierliche Beobachtung gesellschaftlicher Phänomene und deren sezierender Analyse gelingt, den Finger in kollektive Wunden zu legen. Mit ihrer anspruchsvollen Prosa, die fortwährend Brücken zwischen unterschiedlichen Gedankenwelten schlägt, leistet sie einen gleichermaßen sozial wie politisch engagierten Beitrag. (...) Gerade in den letzten Jahren gelingt es ihr mit formal offenen und inhaltlich engagierten Texten immer wieder, Publikum und Kritiker zu faszinieren. Uneitel und mit kunstvollem Sprachfuror schafft sie existenzielle Theatervorlagen, die ganz aktuell sind und dabei tief in die europäische Geschichte zurückgreifen. (...) Mit der Verleihung des FAUST-Preises 2017 würdigt die Jury ein künstlerisches Lebenswerk, das schon jetzt unauslöschliche Spuren in Literatur, Theater und Film hinterlassen hat - und das uns hoffentlich auch in Zukunft auf unentdeckte ästhetische Wege mitnimmt.«

Fotos: Christina Iberl

Termine (Theater am Haidplatz)

Mi, 24.01.2018, 19:30–21:05

Preise H | freier Verkauf 

Do, 25.01.2018, 19:30–21:05

Preise H | freier Verkauf

Mo, 29.01.2018, 19:30–21:05

Preise H | freier Verkauf

Fotos

Besetzung

Spielstätte Theater am Haidplatz
Wiederaufnahme 24.01.2018

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